Unsere Medienstelle steht Journalist:innen gerne zur Verfügung – alle Kontaktinformationen finden Sie hier.
Ein breites Bündnis aus Finanzbranche, Politik und Zivilgesellschaft hat heute bei der Bundeskanzlei über 145’000 Unterschriften für die Volksinitiative «Für einen nachhaltigen und zukunftsgerichteten Finanzplatz Schweiz» eingereicht. Die Initiative fordert verbindliche Regeln für Finanzgeschäfte, die Klima- und Umweltrisiken bergen.
Fortschrittliche Finanzinstitute im Ausland beweisen es: Bei ihren Investitionen, Finanzierungen oder Versicherungen können sie auf umweltschädigende Aktivitäten und Sektoren verzichten oder diese strenger handhaben. Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern illustrieren, dass die Ziele der Finanzplatz-Initiative realistisch und umsetzbar sind.
Beim Thema Nachhaltigkeit trauen viele Menschen den Schweizer Banken nicht mehr über den Weg. Dies wurde nicht nur in der neuen Auflage des Bankenmonitors bestätigt, sondern war auch beim Sammeln der Unterschriften für die Finanzplatz-Initiative deutlich spürbar.
Der Gegenwind in Sachen Nachhaltigkeit hat im Jahr 2025 den Schweizer Finanzplatz erreicht. Mit umsetzbaren und wirkungsvollen Rahmenbedingungen will die Finanzplatz-Initiative diesem entgegenwirken und sicherstellen, dass Schweizer Finanzakteure ihre Geschäftstätigkeiten im Ausland an den internationalen Klima- und Biodiversitätszielen ausrichten.
Der Ausbau von Flüssiggas-Infrastruktur (LNG) schreitet weltweit mit hoher Geschwindigkeit voran – und das trotz eindeutiger Warnungen der Wissenschaft. Entlang der US-Küste sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Terminals entstanden. Die Folge: Steigende Methanemissionen, zerstörte Ökosysteme und eine weitere Verschärfung der Klimakrise.
Der gestrige Rückzug der UBS aus der Net-Zero Banking Alliance (NZBA) zeigt erneut: Freiwillige Selbstverpflichtungen im Finanzsektor genügen nicht. Für echten Fortschritt braucht es rechtlich verbindliche Leitplanken – wie sie die Finanzplatz-Initiative vorsieht.
Trotz internationaler Klimaziele und eindringlicher Warnungen der Wissenschaft wird der Ausbau fossiler Energien weiterhin massiv vorangetrieben. So zum Beispiel in Ghawar im Osten Saudi-Arabiens, wo das weltweit grösste Erdölfeld über weitere Jahrzehnte hinweg ausgebeutet werden soll. Finanzielle Unterstützung für das klimaschädliche Geschäft gibt es auch aus der Schweiz.
Mit umweltschädlichen Milliardengeschäften im Ausland trägt der Schweizer Finanzsektor erheblich zur Klima- und Biodiversitätskrise bei. Ein breites Bündnis aus Politik, Finanzwirtschaft und NGOs setzt sich deshalb für neue Regeln ein und lanciert heute die «Initiative für einen nachhaltigen und zukunftsgerichteten Finanzplatz Schweiz».