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Nachhaltige Finanzpraktiken als Vorbild

Fortschrittliche Finanzinstitute im Ausland beweisen es: Bei ihren Investitionen, Finanzierungen oder Versicherungen können sie auf umweltschädigende Aktivitäten und Sektoren verzichten oder diese strenger handhaben. Beispiele aus verschiedenen europäischen Ländern illustrieren, dass die Ziele der Finanzplatz-Initiative realistisch und umsetzbar sind.

Der italienische Versicherer Generali zählt zu den weltgrössten Versicherungsunternehmen. Im Oktober 2024 kündigte er als erster Versicherer weltweit an, neben Kohle auch keine neuen Öl- und Gasaktivitäten, Öl-Pipelines, LNG-Terminals und Gaskraftwerke mehr abzusichern.

Als erster grosser Rückversicherer hat Munich Re Anfang 2026 beschlossen, keine Deckung mehr zu geben für neue LNG-Terminals, wenn es um die Erschliessung neuer Gasfelder geht. Damit vervollständigt Munich Re seine bisherigen Versicherungseinschränkungen im fossilen Sektor.

Der nach Mitgliederzahl grösste Pensionsfonds Grossbritanniens Nest (National Employment Savings Trust) hat im März 2026 beschlossen, seine Abstimmungsrichtlinien abzuändern. Künftig kann er gegen den Vorstandsvorsitzenden stimmen, wenn ein Unternehmen seine Klimastrategie ohne angemessene Begründung erheblich zurückgefahren hat. Damit schafft Nest Klarheit gegenüber seinen investierten Unternehmen und setzt dort einen Anreiz für glaubwürdige und transparente Klimastrategien.

Im September 2025 wurde bekannt, dass PFZW, einer der grössten niederländischen Pensionsfonds, wegen Klimaschutzbedenken ein Mandat beim US-amerikanischen Vermögensverwalter BlackRock im Wert von 14.5 Milliarden Euro beendet hat. Institutionelle Investoren wie PFZW haben mit der Auswahl des richtigen Vermögensverwalters einen zentralen Hebel, um sicherzustellen, dass ihre Gelder klimaverträglich angelegt werden.

Die französische La Banque Postale hat im März 2023 ihr Versprechen erneuert, sich bis 2030 mit ihren Finanzierungen und Investitionen vollständig aus dem Öl- und Gassektor zurückzuziehen.

Die Danske Bank aus Dänemark hat im Februar 2024 bekannt gegeben, dass sie künftig nur noch in Unternehmen des fossilen Sektors investieren wird, sofern diese über Netto-Null-Transitionspläne verfügen.

Die niederländische ASN Bank hat im Februar 2024 umfassende Anlagerichtlinien veröffentlicht. Demnach schliesst die Bank Investitionen in Unternehmen aus, die beispielsweise mit Entwaldung und Abholzung von ökologisch wertvollen Wäldern in Verbindung stehen.

Der französische Vermögensverwalter BNP Paribas AM hat im November 2024 seine Anlagepolitik verschärft. Er tätigt keine Investitionen mehr in Anleihen von Öl- und Gasproduzenten, die am Primärmarkt ausgegeben werden.